Erbstreit ohne Testament vorprogrammiert

(verpd) In vielen Familien ist bei einem Todesfall der Streit schon vorprogrammiert, wenn der Verblichene seinen Nachlass nicht geregelt hat. Auch kann es für den Einzelnen wichtig sein, dass bei seinem Ableben bestimmte Personen besonders von dem hinterlassenen Vermögen profitieren, auch wenn sie nach der gesetzlichen Erbfolge nicht die Haupterben sind. Zudem gibt es noch diverse andere Gründe, die für eine frühzeitige Nachlassregelung zum Beispiel mit einem Testament oder einem Erbvertrag sprechen.Liegt weder ein Testament noch ein Erbvertrag vor, werden im Todesfall das Vermögen und sonstiges Hab und Gut nach der gesetzlichen Erbfolge aufgeteilt. Gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch, ab Buch fünf, erben dann der Ehepartner und die vorhandenen Kinder beziehungsweise deren Nachkommen, also die Enkel.

Sind weder Ehepartner noch Kinder oder (Ur-)Enkelkinder vorhanden, erben in der sogenannten zweiten Ordnung die Eltern und danach die Geschwister des Verstorbenen. Gibt es keine gesetzlichen Erben in zweiter und dritter Ordnung, erbt automatisch der Staat, wenn der Verstorbene kein Testament oder keinen Erbvertrag hinterlassen hat.

 

Das Testament

Die bekannteste und meistgenutzte Möglichkeit, seinen Nachlass zu regeln. Allerdings müssen bestimmte Vorgaben, wie sie unter anderem ab Paragraf 2229 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt sind, erfüllt sein, damit ein Testament rechtsgültig ist: Grundsätzlich kann ein Testament nur von einer Person, die mindestens 16 Jahre alt und testierfähig ist, erstellt werden.

 

Wer sein Testament selbst, also ohne Notar erstellen möchte, muss es prinzipiell handschriftlich verfassen und unterschreiben. Ein mit dem Computer oder der Schreibmaschine verfasstes Testament ist demnach ungültig.

 

Im Testament sollten außerdem Ort, Datum und Uhrzeit angegeben werden. Sind nämlich mehrere Testamente erstellt worden, gilt in der Regel das zuletzt verfasste. Außerdem kann damit verhindert werden, dass, wenn man nach der Testamentserstellung testierunfähig wird, das Testament erfolgreich angezweifelt wird. Wichtig ist es auch, das Testament mit einer eindeutigen Überschrift wie „Mein Letzter Wille“ oder „Testament“ zu versehen, damit klar ist, worum es sich handelt.

 

Der gemeinschaftliche Letzte Wille

 

Der Erbvertrag

 

Die Schenkung zu Lebzeiten

In manchen Fällen kann statt eines Testamentes oder Erbvertrages auch eine Schenkung zu Lebzeiten des Erblassers, quasi eine vorzeitige Regelung des Nachlasses eine sinnvolle Alternative sein. So lassen sich mit einer Schenkung unter Umständen Erbschaftsteuern durch die Nutzung der geltenden Freibeträge für Schenkungen sparen. Eltern können beispielsweise alle zehn Jahre ihrem Kind Hab und Gut oder Vermögen in Höhe von bis zu 400.000 Euro schenken, ohne dass dafür eine Schenkungsteuer oder später nach zehn Jahren im Erbfall eine Erbschaftsteuer anfällt.

 

Eine besondere Form ist die Schenkung mit einem eingetragenen Nießbrauch. Beim Nießbrauch handelt es sich um das Recht zur Nutzung einer fremden Sache, eines fremden Rechts oder eines Vermögens. So können beispielsweise Eltern ihr Haus an das eigene Kind verschenken, aber sich selbst einen Nießbrauch eintragen und sich damit ein Recht einräumen, das verschenkte Haus weiterhin selbst zu bewohnen oder auch zu vermieten.

 

Informationen zur gesetzlichen Erbfolge, zum Pflichtteil, zur Erbschaftsteuer, zum Testament und zum Erbvertrag bietet die Broschüre „Erben und Vererben“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

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