So wichtig ist die Versicherungsbranche für Deutschland

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Versicherungen übernehmen für Privat- und Firmenkunden zahlreiche Risiken und ermöglichen ihnen so unter anderem ein sorgenfreieres Leben. Die Versicherungsbranche selbst hat aber auch eine hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung, wie eine aktuelle Studie zeigt.

28.10.2013 (verpd) Eine vor Kurzem veröffentlichte Studie liefert zu verschiedenen Aspekten konkrete Zahlen, wie hoch die Bedeutung dieser Branche für die deutsche Wirtschaft und für den heimischen Arbeitsmarkt ist. Danach sorgt die Versicherungsbranche für ein Achtel des Wirtschaftswachstums in Deutschland. 11,5 Milliarden Euro versicherungs-spezifische Steuern flossen dem Staat zu. Direkte und indirekte Beschäftigungseffekte addieren sich auf 1,3 Millionen Arbeitsplätze.

Die Studie „Die Bedeutung der Versicherungswirtschaft für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, welche vom Wirtschaftsforschungs- und Beratungsinstitut Prognos AG erstellt wurde, zeigt unter anderem, welchen Beitrag die Versicherungsbranche am Wirtschaftswachstum in Deutschland leistet.

Danach darf sich die Versicherungswirtschaft ein zusätzliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von rund 67 Milliarden Euro im Zeitraum 1995 bis 2008 zurechnen. „Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum ist dadurch in diesem Zeitraum mit 1,5 Prozent pro Jahr um 0,2 Prozent höher ausgefallen. Eine Branche, auf die volkswirtschaftlich lediglich 1,4 Prozent der Erwerbstätigen entfallen, ist damit für ein Achtel des Wachstums verantwortlich“, stellte Christian Böllhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Prognos AG, fest.

Exportschlager, bedeutender Arbeitgeber und wichtiger Steuerzahler

Die Studie, welche vom Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. in Auftrag gegeben wurde, nennt konkrete Zahlen: Im weltweiten Vergleich ist der deutsche Erstversicherungsmarkt der sechstgrößte. Die in Deutschland beheimateten Rückversicherer vereinnahmen 31 Prozent aller Beitragseinnahmen und sind damit Weltmarktführer.

Direkt sozialversicherungs-pflichtig beschäftigt die Branche 300.000 Personen. 255.000 sind als selbstständige Vermittler oder Berater tätig. Dazu addieren die Volkswirte noch indirekte Beschäftigungseffekte, beispielsweise aus dem Konsum der Mitarbeiter. Danach darf sich die Versicherungswirtschaft – direkt oder indirekt – als Arbeitgeber von über 1,3 Millionen Deutschen bezeichnen.

Der Staatshaushalt profitiert vor allem von den branchenspezifischen Steuern. Versicherungsteuer und die zusätzliche Feuerschutzsteuer addierten sich im Jahr 2012 auf insgesamt 11,5 Milliarden Euro. Das direkte einkommensabhängige Steueraufkommen lag bei 4,3 Milliarden Euro, das direkte gewinnabhängige Steueraufkommen bei 3,2 Milliarden Euro.

Wachstumsmotor

Da moderne Volkswirtschaften, der globale Handel oder technische Innovationen untrennbar mit Versicherungslösungen verknüpft sind, ist es unmöglich festzustellen, welche Größenordnung das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ohne Versicherungswirtschaft hätte.

Deshalb hat Prognos ein etabliertes Schätzverfahren angewandt mit dem Ergebnis: Die Branche leistet zum Wachstum einen Beitrag von rund einem Achtel.

Jeder Euro mehr an Versicherungsbeiträgen führt zu einer Steigerung des BIP von rund 1,30 Euro. Zum Vergleich zu allen Branchen: Hier führt ein Euro mehr an Umsatz, den die Unternehmen in allen Branchen erwirtschaften, zu einer BIP-Steigerung von 0,24 Euro.

Versicherungen schaffen Freiräume

Nach Aussagen der Studienautoren übernimmt die Versicherungsbranche letztendlich eine zentrale Funktion für den Wirtschaftsstandort, indem sie beispielsweise mögliche Risiken, die die finanzielle Existenz einer Firma bedrohen könnten, zu einer kalkulierbaren Prämie versichert.

In der Studie heißt es dazu: „Durch die Übernahme von Risiken machen Versicherer unternehmerisches Handeln in vielen Fällen erst möglich. Beispielsweise ist ein Haftpflicht-Versicherungsschutz oft Voraussetzung für eine freiberufliche oder unternehmerische Tätigkeit. … In jedem Fall erleichtert Versicherungsschutz die wirtschaftliche Aktivität und ermöglicht ein effizienteres Wirtschaften. So sind Unternehmen zum Beispiel nicht mehr gezwungen, Eigenkapital und große Rücklagen für eventuelle Schadensfälle vorzuhalten.“

Die Studie umfasst zudem Ausführungen zu nicht quantifizierbaren Effekten. Dazu zählen die Analyse von Risiken und deren Limitierung oder verschiedenste Formen des Wissensmanagements. „Wir sind Teil der Gesellschaft und Teil der Lösung“, betont Alexander Erdland, Präsident des GDV mit Blick auf die gesellschaftlichen Problemstellungen der heutigen Zeit. So gelte es unter anderem, den Klimawandel zu erforschen. Auch falls Kapitalbedarf entstünde, wie bei der Energiewende, hätte die Branche etwas zu bieten.

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