Versicherungsvergleich – Sparsamkeit mit teuren Folgen

tarife vergleichen geld sparen onlinevergleichUm Geld zu sparen, vergleichen manche Verbraucher jedes Jahr die Prämien ihrer Versicherungsverträge mit Angeboten anderer Versicherer. Doch nicht immer bietet die billigere Police auch das, was man sich erhofft und bisher auch abgesichert war.

Sparsamkeit mit teuren Folgen

2.9.2013 (verpd) Ob sich ein Wechsel zu einem anderen Versicherer tatsächlich lohnt, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Es gibt zwar immer wieder Angebote, die auf den ersten Blick preiswerter sind, doch unter Umständen ist die Kundenbetreuung des neuen Versicherers oder auch der Versicherungsumfang der neuen Police schlechter als bisher. Spätestens im Schadenfall kann sich dann das vermeintliche Schnäppchen als teure Fehlentscheidung herausstellen.

Die übliche Kündigungsfrist für Versicherungsverträge beträgt in der Regel drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres (Vertragsablauf). Wurde als Vertragsablauf beispielsweise der 1. Januar eines Jahres vereinbart, muss spätestens am 30. September des Vorjahrs die schriftliche Kündigung des Kunden (Versicherungsnehmers) beim Versicherer eingegangen sein.

Bei Kfz-Versicherungsverträgen beträgt die Kündigungsfrist üblicherweise nur einen Monat. Wer also zum Vertragsablauf am 1. Januar 2014 seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, muss dafür sorgen, dass die Kündigung spätestens am 30. November 2013 beim Versicherer eingegangen ist.

Auf gewohnten Service und Versicherungsumfang verzichten

Je nach Vertragsanbieter kann sich der Kundenservice erheblich unterscheiden. Während Versicherer, die für die Kundenbetreuung auf Versicherungsvermittler setzen, in der Regel einen Vor-Ort-Service für eine Beratung oder eine schnelle Hilfe im Schadenfall anbieten, müssen Kunden von Direktversicherungen in die jeweiligen Filialen fahren oder sich telefonisch durchfragen. Doch auch der Versicherungsumfang zwischen zwei Versicherungsverträgen der gleichen Versicherungsart kann große Unterschiede aufweisen.

Während beispielsweise in einer bestehenden Privathaftpflicht-Police auch Schäden, die der Versicherte mit einem Surfbrett verursacht, mitversichert sein können, muss dies bei einer anderen, neu angebotenen Police nicht der Fall sein. Im Schadenfall würde der Versicherte durch die neue Police keinen Versicherungsschutz erhalten und müsste den Schaden aus seinem eigenen Budget begleichen. Im Übrigen ist nicht automatisch die teurere Police auch immer die umfangreichere. Es ist also wichtig, genau die Vertragsinhalte zu vergleichen.

Besondere Vorsicht bei Lebens- oder Krankenversicherungen

Ob der Wechsel einer Lebens- oder Krankenversicherung überhaupt sinnvoll ist, sollte besonders gründlich geprüft werden. Denn bei der Lebensversicherung bildet sich aus den eingezahlten Prämien ein hoher Teil des Kapitalertrags erst zum Vertragsende hin. Dieser würde bei einer vorzeitigen Kündigung verloren gehen. Bei bestehenden Lebens- und Krankenversicherungen sind zudem alle nach Vertragsabschluss aufgetretenen Krankheiten im bisherigen Vertrag mitversichert.

Bei einem Neuabschluss muss sich der Kunde einer erneuten Gesundheitsprüfung unterziehen, was dazu führen kann, dass der Schutz für bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen oder nur gegen Zuschlag übernommen wird. Auch eine Ablehnung des Versicherungsantrags ist nicht ausgeschlossen. Dies gilt übrigens auch für andere Verträge wie der Haftpflicht-, Hausrat- oder Autoversicherung, wenn beispielsweise zum bisherigen Vertrag zu viele Schäden gemeldet wurden.

Prämien sparen bei bestehenden Verträgen

Für jeden, der einen Versichererwechsel in Erwägung zieht, kann es sinnvoll sein, sich vor einer Kündigung nochmals mit dem Vermittler beziehungsweise bisherigem Versicherer in Verbindung zu setzen. Oftmals lässt sich beispielsweise durch Ausschlüsse nicht mehr gewünschter oder benötigter Leistungen oder durch die Umstellung auf einen anderen Tarif eine Prämienminderung erzielen. Einige Prozent lassen sich auch einsparen, wenn die Zahlweise von monatlich oder vierteljährlich auf jährlich umgestellt wird, da dann der Ratenzahlungszuschlag entfällt.

Prinzipiell sollten Wechselwillige einen bestehenden Versicherungsvertrag immer erst kündigen, wenn vom neuen Versicherer eine verbindliche Zusage vorliegt, dass der Anschlussvertrag angenommen wird. So ist gewährleistet, dass der Versicherungsschutz nahtlos übergeht, wenn zwischen dem Versicherungsbeginn des neuen und dem Kündigungsdatum des bisherigen Vertrages keine zeitliche Lücke besteht.